Die südliche Nordsee mit ihren derzeitigen Küstenformationen ist das Ergebnis jahrtausendewährender nacheiszeitlicher Prozesse. Vor etwa. 10 000 Jahren waren die Küsten Nordeuropas noch mit bis zu 3000 Meter mächtigen Eispanzern bedeckt.
Das abschmelzende Eis ließ den Meeresspiegel in den letzten 6000 Jahre um etwa 45 Meter steigen. Landflächen, nördlich der derzeitigen Küstenlinie gelegen, wurden überschwemmt.
Nach Stabilisierung des Wasserstandes entstanden aus Schwemmsandablagerungen die Ostfriesischen Inseln. Bis zu ihrer Festlegung mit Deckwerken, Palisaden, Mauern und Buhnen (ab ca. 1870) waren sie den Strömungen der Gezeiten ausgesetzt. Baltrum veränderte in dieser Zeit seine Form und Lage ständig; ganze Inseln verschwanden (Buise), neue Inseln wurden aus Sand geboren (Norderney).
Das Interesse des Menschen an einer gesicherten Lebensumwelt ließ ihn Deiche bauen, um dem weiteren Vordringen der Nordsee nach Süden Einhalt zu gebieten. Allerdings steigen die gemittelten Hochwasserstände weiter an. Am Norderneyer Pegel sind es 48 Zentimeter seit 1965. Deicherhöhungen wurden daher notwendig.
Derzeit mehren sich die Indizien, dass nicht nur natürliche Senkungen der Norddeutschen Tiefebene und Verkürzungen der Deichlinien das Wasser höher auflaufen lassen, sondern auch der Anstieg der Mitteltemperatur auf unserem Planeten für abschmelzende Gletscher in den Polarregionen der Erde sorgt.
Klimawandel. Nordsee erreicht neue Rekordtemperaturen

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