Spurensuche.

Die Ebbegäste haben sich auf die letzten noch aufragenden Wattenhochs zurückgezogen. Austernfischer und Rotschenkel müssen ihre Jagd nach Wattwürmern einstellen. Rar wird das Wattenland, die restlichen Flecken Erde sind nur von kurzer Dauer. Schnell ist diese Welt versunken und der Boden wieder Meeresgrund geworden.“
(aus Bernd Hans Martens, „Land das zum Meer gehört“, Verlag Die Werkstatt, 1991)
Mittlerweile treiben Container und deren Inhalte an die Küste, werden bis zu 100 000 chemische Verbindungen in die Nordsee eingeleitet, wird hoch belasteter Hafenschlick an den Ufern abgelegt, schürfen Kiesbagger am Fahrwasserrand .
Der Lebensraum verändert sich, natürlicherweise und vom Menschen gestaltet. Meereslebewesen wandern wegen der Erwärmung der Nordsee nach Norden ab (z.b. Kabeljau, Hering) oder sind ausgerottet (u.a. Nordseeschnäpel, Stör).
Neue Arten wandern ein (u.a. Meeräsche, Wolfsbarsch) oder werden vom Menschen weltweit mit dem Ballastwasser von Schiffen verteilt (z.B. Schwertmuscheln)
Auch siedelt der Mensch Arten an, von denen er sich Profite verspricht (Pazifische Austern, Lachse in Massentierhaltung).
Vielleicht wäre etwas weniger Wachstum, etwas mehr Respekt vor den natürlichen Abläufen ein Lebensstil, der der Menschheit auf diesem Erdenrund ein längeres Verweilen ermöglichte.
Unsere Buchempfehlung:

127 Seiten, mit Schwarz-Weiß-Fotos und informativen Exkursen zu Flora und Fauna,
Verlag Die Werkstatt, Göttingen1991
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